Ticstörungen/Tourette-Syndrom
Tics sind definiert als rasche, nicht zweckgebundene, oft stereotype unwillkürliche Muskelaktivitäten, welche zu Bewegungen (motorische Tics) oder zu Lautäußerungen (vokale Tics) führen können. Unterschieden werden einfache motorische (z.B. Blinzeln, Zwinkern) oder vokale (z.B. Räuspern, Hüsteln) Tics von komplexen Tics mit Handlungsabläufen (z.B. Wurfbewegung, Springen). In der Mehrzahl der Fälle kommt es zu einfachen Tics, die meist in der Kindheit (6.-12. Lebensjahr) erstmals auftreten und mit der Adoleszenz verschwinden.
In schwereren Fällen kommt es zu komplexen Tics, oft mit obszönen Gesten und/oder Äußerungen. Treten sowohl motorische als auch vokale, einfache und komplexe Tics in wechselnder Ausprägung über einen Zeitraum von > 1 Jahr auf, spricht man vom (Gilles-de-la-)Tourette-Syndrom. Ticstörungen sind oft begleitet von Verhaltens- Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen, sowie von Zwangssymptomen. In der Behandlung kommen daher neben Medikamenten vor allem Psychotherapie und Entspannungsverfahren zur Anwendung.


